Wärmebildkameras an Feuerwehr übergeben
Von einer deutlichen Verbesserung des Brandschutzes sprach Bürgermeister Falko Fritzsch (SPD) bei der Übergabe von zwei Wärmebildkameras an die Feuerwehr Schlüchtern im Gesamtwert von rund 20 000 Euro. Die Finanzierung erfolgte durch Spendengelder, Feuerwehrverein und Stadt Schlüchtern.
Schon seit langer Zeit wird bei der Feuerwehr Schlüchtern die Anschaffung von Wärmebildkameras für erforderlich gehalten. Insbesondere zur Menschenrettung seien solche Geräte unabdingbar, betonen die Wehrverantwortlichen um Wehrführer Jens Orth und Stellvertreter Christian Gärtner. Denn: Auch bei starker Verrauchung können die Einsatzkräfte mit einer Wärmebildkamera „sehen“ und so vermisste Personen leichter auffinden und retten. Seither mussten sich im Brandfall die mit Atemschutzgeräte ausgerüsteten Einsatzkräfte bei dichtem Qualm weitgehend auf ihren Tastsinn verlassen. Dies bedeutete nicht nur eine Gefahr für die eigene Person, sondern erschwerte auch die Menschenrettung.
Weil nicht klar war, inwieweit öffentliche Gelder zur Verfügung stehen, ergriff die Feuerwehr Schlüchtern im Frühjahr die Eigeninitiative und startete zur Anschaffung von zwei Wärmebildkameras eine Spendenaktion. „Eine Investition, die Leben rettet – im Ernstfall auch Ihres“. Mit diesem Aufruf warb die Wehr um Sponsorengelder. „Unser Appell wurde gehört“, betonte Wehrvorsitzender Johannes Fehl jetzt bei der offiziellen Übergabe der zwei angeschafften Wärmebildkameras. Über 6000 Euro gingen an Spenden von Banken, Firmen, Institutionen und Privatleuten ein. Den Restbetrag für das erste rund 10 000 Euro teure Gerät steuerte die Feuerwehr Schlüchtern aus der Vereinskasse bei. Wie Fehl betonte, stelle der Verein regelmäßig Gelder zur Optimierung des Brandschutzes zur Verfügung. In einer zunehmend technisierten Welt würden die Einsätze immer schwieriger, dafür gelte es gerüstet zu sein.
Das zweite Gerät wurde von der Stadt Schlüchtern finanziert. Ein Wohnhausbrand in der Brückenauer Straße im vergangenen Jahr sei der Auslöser zur Erkenntnis der Notwendigkeit zur Anschaffung einer Wärmebildkamera gewesen, betonte Bürgermeister Falko Fritzsch. Damals konnten durch eine von außerhalb herbei geschaffte Kamera versteckte Brandnester entdeckt werden und dadurch umsichtige und effektive Löscherfolge mit nur geringem Wasseraufwand erzielt werden. „Die Wärmebildkamera ist zum Nutzen sowohl der Einsatzkräfte als auch von Brandopfern“, betonte Fritzsch.
„Die Sicherheit der Bürger ist ein hohes Gut, die neuen Geräte sind ein großer Schritt in mehr Sicherheit“, hob Vertriebsingenieur Bernd Kalinowsky von der Herstellerfirma MSA AUER GmbH hervor. Er erklärte das mit Infrarotstrahlen arbeitende Wirkungsprinzip einer Wärmebildkamera und hob den Nutzen insbesondere bei der Menschenrettung hervor.
In Kalinowskys Beisein übergaben Bürgermeister Fritzsch und Wehrvorsitzender Fehl an Stadtbrandinspektor Helmut Zinkand und Stützpunktwehrführer Jens Orth die beiden lebensrettenden Geräte im Gesamtwert von rund 20 000 Euro.
Übergabe der neuen Wärmebildkameras an die Feuerwehr Schlüchtern (von links): Falko Fritzsch, Helmut Zinkand, Bernd Kalinowsky, Jens Orth, Johannes Fehl.
Text und Foto: Fritz Christ